Schönheit und Narben

Kint­su­gi — eine tra­di­tio­nel­le japa­ni­sche Tech­nik der Restau­ra­ti­ons for­der­te mich in zwei­fa­cher Hinsicht:

Zum Einen galt es die hand­werk­li­che Her­aus­for­de­rung zu meis­tern, indem man die Scher­ben mit dem Uru­shi-Lack ver­sah, zusam­men­kleb­te, dann in meh­re­ren Schrit­ten mit unter­schied­li­chen Lackie­run­gen zu arbei­ten. Dazwi­schen immer wie­der tage­lan­ge Trock­nungs­pro­zes­se ein­zu­bau­en, bevor wir nach wochen­lan­ger Arbeit zum Schluss die „Nar­ben“ mit Gold­staub veredelte.

Die ande­re Her­aus­for­de­rung war psy­cho­lo­gi­scher Art. Die Werk­stü­cke nach der Her­stel­lung zu zer­stö­ren, um die Scher­ben anschlie­ßend in der Kint­su­gi-Tech­nik wie­der zusam­men zu fügen.

Ich muss­te auch ler­nen die Scher­ben und Ris­se anzu­neh­men und zu hei­len. Nicht Ver­let­zun­gen zu ver­ber­gen, son­dern zu veredeln.

 

Wäh­rend die­ser wochen­lan­gen gemein­sa­men Arbeits­schrit­te lern­ten wir, dass es hier nicht nur um die Ris­se und Brü­che in unse­ren Werk­stü­cken, son­dern auch um die in unse­rem eige­nen Leben ging … und nicht nur unse­re Objek­te ver­än­der­ten sich!

 

Ich stelle aus:

Es bie­ten sich wie­der  inter­es­san­te Mög­lich­kei­ten mei­ne Arbeiten
und mich ein­mal per­sön­lich ken­nen zu lernen:

 



18. FEBRUAR — 7. APRIL 2024 | Erpho­kirch­platz |  48145 Münster

Öff­nungs­zei­ten: Fr. — Mi. 15 — 17 h, Do. 16 — 18 h und nach Vereinbarung

Alle 2 Jah­re orga­ni­siert die Frau­en­ge­mein­schaft der KAB Erpho­kir­che dort eine Kunst­aus­stel­lung, die jeweils unter einem Mot­to steht.

Bereits im Jahr 2022 (“auf­bre­chen”) und auch in 2018 (“schön hier”) war ich mit einer Arbeit, zusam­men mit der Küns­t­­le­rin­­nen-Gemein­­schaft Raku-Pun­k­­te, dazu eingeladen.

2024 bin ich dort mit einer gemein­sa­men Instal­la­ti­on mit der Künst­le­rin Eva Neu­mann (Gra­phik) sowie der Küns­t­­le­rin­­nen-Gemein­­schaft Raku-Pun­k­­te vertreten.


Bis bald!