Mehr als RAKU.

Wichtige Begriffe & Techniken schnell erklärt!

ALUMINIUMFOLIEN-TECHNIK

Bei die­ser Tech­nik wird brenn­ba­res Mate­ri­al wie z.B. Zei­tungs­pa­pier, Säge­spä­ne, Pflan­zen etc. auf die Arbeit gelegt und dann fest in Alu­fo­lie gewi­ckelt. Das Objekt wird im RAKU-Ofen in kur­zer Zeit bei 700° Cel­si­us gebrannt, aus dem Ofen geholt und aus­ge­packt: Man sieht nun die geräu­cher­ten Stel­len, an denen sich vor­her das brenn­ba­re Mate­ri­al befand

CRAQUELÉS

Craque­lé ist die Bil­dung von Haar­ris­sen auf der Gefäß­ober­flä­che als Ergeb­nis von Span­nun­gen zwi­schen dem Scher­ben und der Gla­sur. Eine Beson­der­heit des RAKU-Brandes.

engobe

Engo­be ist gefärb­ter, sehr flüs­si­ger Ton, der auf den leder­har­ten, unge­schrüh­ten Scher­ben mit dem Pin­sel auf­ge­tra­gen wird. In der Anti­ke wur­den so Gefä­ße was­ser­dicht gemacht. Um im RAKU-Brand ein Craque­lé zu erhal­ten, gla­siert man engo­bier­te Werk­stü­cke nach dem Schrüh­brand gern mit Transparentglasur.

Glasur

Gla­sur ist eine „glas­ar­ti­ge“ oder „gla­si­ge“ Ober­flä­chen­be­schich­tung, die auf den geschrüh­ten Scher­ben auf­ge­tra­gen wird und bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren (1050° — 1350° Cel­si­us) schmilzt. Unter­schied­li­che Gla­su­ren benö­ti­gen unter­schied­li­che Temperaturen.

Glasurbrand

Das zuvor geschrüh­te, dann gla­sier­te Werk­stück erfährt hier sei­ne Voll­endung. Gla­sur­brän­de gehen von 1050° bis 1350° Celsius.

 

Kapselbrand

Das geschrüh­te Werk­stück wird mit ver­schie­de­nen Metall­sal­zen (z.B. Eisen­chlo­rid, Eisen­sul­fat, Kobalt­sul­fat) behan­delt, mit ver­schie­de­nen Pflan­zen­tei­len, die mit Kup­fer­draht befes­tigt wer­den, oder einer Salz- oder Kaf­fee­satz­bei­ga­be in meh­re­re Alu­fo­li­en­schich­ten ein­ge­wi­ckelt (Kap­sel) und im offe­nen Holz­feu­er gebrannt.

Kati-Vamos-Technik

Bei die­ser Tech­nik wer­den die Werk­stü­cke im leder­har­ten Zustand super­glän­zend poliert. Auch das tro­cke­ne Werk­stück wird noch ein­mal mit Öl poliert, bevor es geschrüht wird. Die geschrüh­ten Stü­cke wer­den in Was­ser getaucht (oder mit Spül­mit­tel ein­ge­rie­ben). Dann „klebt“ man fri­sche Ton­stü­cke oder Wüls­te auf die feuch­te Arbeit. Säge­mehl wird in die Lücken gerie­ben. Dann wird das Werk­stück fest mit Zei­tungs­pa­pier umwi­ckelt und zuletzt in Alu­fo­lie gepackt und dann bei 700° Cel­si­us gebrannt. Wenn sich die Folie spannt, sind die Stü­cke fer­tig und wer­den aus dem Ofen genom­men und aus­ge­packt. Sie wer­den nicht redu­ziert. Die Ton­stü­cke plat­zen ab, und dort wo sie „auf­ge­klebt“ waren, sind die Stel­len hell­grau. Die mit Säge­mehl gefüll­ten Zwi­schen­räu­me sind dun­kel­grau bis schwarz. Alter­na­tiv kann man far­bi­ge Engo­ben verwenden.

Krokodilhaut-Technik

Für die Kro­ko­dil­haut­gla­sur eig­nen sich am bes­ten fla­che Schüs­seln oder fla­che Gefä­ße, da die Kon­sis­tenz die­ser Gla­sur sehr dick ist und bei ver­ti­ka­len Gefä­ßen die Gefahr des Abplat­zens sehr groß ist. Die Gla­sur­di­cke auf dem Gefäß liegt zwi­schen 3–5 mm. Das Werk­stück kommt mit der noch nas­sen Gla­sur in den Ofen und wird dort bei 150° Cel­si­us getrock­net. Danach wird es im Brenn­ofen inner­halb von 2 Stun­den auf End­tem­pe­ra­tur gebracht. Anschlie­ßend wird es in die Redu­zier­ton­ne gelegt, wo es bis zu 10 Stun­den im Säge­mehl bleibt. Die­ses Ver­fah­ren ist sehr auf­wän­dig und das Werk­stück wäh­rend des Bren­nens bruch­ge­fähr­det. Jedoch ist der Effekt sowohl auf ungla­sier­tem als auch auf gla­sier­tem Unter­grund beein­dru­ckend. Es ent­steht eine mosa­ik­ar­ti­ge, sehr leben­di­ge Oberflächenstruktur.

lederhart

Leder­hart ist der Ton (das Werk­stück) dann, wenn er zwar noch nicht tro­cken ist, aber nicht mehr ver­formt wer­den kann.

Mehlsuppen-Rauch-Technik

Die Mehl­sup­pen-Tech­nik (auch als Obva­ra bekannt) ist eine alte rus­si­sche Brenn­tech­nik, man­che nen­nen es auch „Rus­si­sches Raku“. Die gebrann­te Arbeit wird bei 1000° Cel­si­us aus dem Ofen genom­men und in eine Mischung aus Mehl und Was­ser für eini­ge Sekun­den getaucht, her­aus­ge­nom­men und sofort im Was­ser abge­kühlt, gerei­nigt, fertig

Manganspinell

Die geschrüh­te Scher­ben wird mit Man­gan­spi­nell ein­ge­pin­selt und wie­der aus­ge­wa­schen. Die­ser Vor­gang wird solan­ge wie­der­holt, bis man die gewünsch­te Farb­in­ten­si­tät erreicht. Je öfter über­ein­an­der gepin­selt wird, umso inten­si­ver wird die Far­be. Auf die­se Wei­se kann man von leich­ten Abtö­nun­gen bis dun­kel­braun alle Farb­tö­ne im bräun­li­chen Bereich errei­chen. Der zwei­te Brand kann von 1060 °Cel­si­us bis 1300 °Cel­si­us gebrannt wer­den, je höher, des­to dunk­ler und auch glän­zen­der wirkt das Man­gan­spi­nell. So kann es auch für frost­fes­te Gar­ten­ke­ra­mi­ken im Hoch­tem­pe­ra­tur­be­reich ver­wen­det werden.

Naked Raku

Der Begriff „Naked Raku“ bezieht sich auf eine Brenn­tech­nik, bei der das geschrüh­te Gefäß zunächst mit einer Kao­lin-Schicht, die sich nicht mit dem Ton ver­bin­det, und anschlie­ßend mit einer trans­pa­ren­ten Gla­sur besprüht wird. Nach dem Brand wird das Werk­stück aus dem hei­ßen Ofen genom­men und in eine Ton­ne mit Säge­spä­nen gelegt. Die Ton­ne wird ver­schlos­sen und dadurch Sauer­stoff ent­zo­gen. Durch den Tem­pe­ra­tur­schock platzt die Kao­lin-Schicht auf und der ent­stan­de­ne Rauch setzt sich in die Ris­se. Anschlie­ßend wird das Stück mit kal­tem Was­ser bespritzt und die gesam­te Gla­sur fällt ab. Das nun ent­stan­de­ne Craque­lé ist auf dem ungla­sier­tem Gefäß ein­ge­brannt. Die Kera­mik wur­de sowohl vor, als auch nach dem Schrüh­brand hoch­glän­zend poliert und nach dem Bren­nen mit Wachs oder Dicht­mit­tel behandelt.

Niedrigbrand

Als Kap­sel­brand bezeich­net man eine Brenn­tech­nik, bei der der Gla­sur­brand in der Regel 1100° — 1200° Cel­si­us nicht über­steigt. Typi­sche Tech­ni­ken für den Nied­rig­brand sind Raku, Kap­sel­brand, Naked Raku.

Pit Fire

Die geschrüh­te Kera­mik wird mit Metall­sal­zen behan­delt (sie­he auch Kap­sel­brand), nach der Trock­nung auf eine Schicht Säge­spä­ne gestellt, voll­stän­dig mit Holz bedeckt und ange­zün­det. Die Glut des her­un­ter­bren­nen­den Hol­zes erreicht Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 1250° Cel­si­us und hin­ter­lässt unter­schied­lichs­te Farb­spie­le auf der Ober­flä­che. Es ist jedes Mal ein Erleb­nis die fer­ti­gen Stü­cke nach dem Abküh­len aus der Asche zu holen.

RAKU

Raku ist eine tra­di­tio­nel­le korea­ni­sche Tech­nik. Das Werk­stück wird nach dem Schrüh­brand ent­we­der gla­siert oder ungla­siert im Gas­ofen bei 900° — 1050° Cel­si­us gebrannt. Dann wird die Ware glü­hend aus dem Ofen genom­men und in einer Ton­ne mit Säge­spä­nen, Stroh oder Laub gelegt. Sie wird mit einem Deckel geschlos­sen, damit kein Sauer­stoff ein­dringt. Durch den Tem­pe­ra­tur­schock platzt die Gla­sur auf, der Ruß setzt sich in die Ris­se und bil­det so dunk­le Craquelés.

REDuktion

Nach dem Gla­sur­brand wird das Werk­stück glü­hend mit einer lan­gen Zan­ge aus dem Ofen genom­men und in eine Ton­ne mit Säge­spä­nen gelegt. Sie wird mit einem Deckel ver­schlos­sen, damit kein Sauer­stoff ein­dringt. So wird die Tem­pe­ra­tur redu­ziert und durch den Rauch im Inne­ren bil­den sich die mar­kan­ten Craquelés.

Redox-Engobe

Redox-Engo­be kommt eigent­lich aus der Bau­ke­ra­mik und wur­de für u.a. für Dach­zie­gel ver­wen­det. Es ist eine Mischung aus Gla­sur und Engo­be. Wie Engo­be wird sie auf den leder­har­ten Scher­ben auf­ge­tra­gen. Dies aller­dings mehr­mals, die ers­te Schicht wird fast voll­stän­dig vom Ton auf­ge­so­gen, die zwei­te und vor allem die drit­te Schicht wer­den far­big. Redox kann sowohl gespritzt als auch mit dem Pin­sel auf­ge­tra­gen wer­den. Bei letz­te­rer Tech­nik soll­te man dar­auf ach­ten, bei Auf­trag zu tup­fen nicht zu strei­chen. Auf die­se Wei­se ver­bin­det sich Redox eng mit dem Scher­ben. Da es bis 1300°C brenn­bar ist, sind die dar­aus gefer­tig­ten Kera­mi­ken frostfest.

Schrühbrand

Beim Schrüh­brand wird das tro­cke­ne Werk­stück bei 950° Cel­si­us gebrannt.