RAKU

RAKU ist eine traditionelle koreanische Technik, bei der das Werkstück nach dem Schrühbrand im Gasofen gebrannt und anschließend glühendheiß in Naturmaterialien und ohne weitere Sauerstoffzufuhr reduziert wird.

Durch den Temperaturschock platzt die Glasur auf, der Ruß setzt sich in die Risse und bildet so dunkle Craqueles in das Werkstück.

Mehlsuppen-Rauch-Technik

Die Mehlsuppen-Technik ist eine alte russische Brennweise, manche nennen es auch „russisches RAKU“. Die gebrannte Arbeit wird bei 1.000 Grad Celsius aus dem Ofen genommen und in eine Mischung aus Mehl und Wasser für einige Sekunden getaucht, herausgenommen und sofort im Wasser abgekühlt, gereinigt, fertig!

Kati-Vamos-Technik

Bei der Kati-Vamos-Technik werden die Werkstücke im lederharten Zustand super-glänzend poliert. Auch das trockene Werkstück wird noch einmal mit Öl poliert, bevor es geschrüht wird. Die geschrühten Stücke werden in Wasser getaucht (oder mit Spülmittel eingerieben). Dann trägt man frische Tonstücke oder Wülste auf die feuchte Arbeit. Sägemehl wird zwischen die aufgebrachten Tonstücke gerieben.

Anschließend wird das Werkstück fest mit Zeitungspapier umwickelt und zuletzt in Alufolie gepackt und dann bei 700 Grad gebrannt.

Wenn die Folie sich spannt, sind die Stücke fertig und werden aus dem Ofen genommen und ausgepackt. Sie werden nicht reduziert. Die Tonstücke platzen ab, und dort wo sie aufgebracht waren, sind die Stellen hellgrau . Die mit Sägemehl gefüllten Zwischenräume sind dunkelgrau bis schwarz.

Alternativ kann man farbige Engoben verwenden.

Aluminiumfolie-Technik

Bei dieser Technik wird brennbares Material wie z.B. Zeitungspapier, Sägespäne, Pflanzen etc. auf die Arbeit gelegt und mit Alufolie eingewickelt.

Das Objekt wird im RAKU-Ofen in kurzer Zeit bei 700 Grad gebrannt, aus dem Ofen geholt und ausgepackt.

Man sieht jetzt die geräucherten Stellen an denen sich das brennbare Material befunden hat.

Glasurbrand

Das zuvor geschrühte, dann glasierte Werkstück erfährt hier seine Vollendung.

Glasurbrände gehen von 1.050 bis 1.350 Grad Celsius.

Niedrigbrand

Niedrigbrand bezeichnet eine Brenntechnik, bei der der Glasurbrand in der Regel 1.100 -1.200 Grad Celsius nicht übersteigt.

Typische Techniken für den Niedrigbrand sind RAKU, Kapselbrand, Naked RAKU.

Craqueles

Feine Haarrisse in einer Glasur, eine Besonderheit beim RAKU-Brand.

Glasur

Farbpartikel, die auf den geschrühten Scherben aufgetragen werden. Diese bestehen aus ganz feinem Glas, welches bei hohen Temperaturen schmilzt und glasiert.

Unterschiedliche Glasuren benötigen unterschiedliche Temperaturen.

lederhart

Lederhart bezeichnet einen fast, aber nicht ganz trockenen Zustand des Werkstückes.

Die Welt des RAKU.

Wichtige Begriffe & Techniken schnell erklärt!

Naked Raku

Der Begriff „Naked Raku“ bezieht sich auf eine Brenntechnik, bei der das Gefäß zunächst mit einer Kaolin-Schicht und anschließend mit einer transparenten Glasur besprüht wird.

Nach dem Brand im Ofen platzt die Kaolinschicht durch den Temperaturschock auf und die gesamte Glasur fällt ab.

Das nun entstandene Craquele ist auf dem nun unglasierten Gefäß eingebrannt.

Die Keramik wurde sowohl vor, als auch nach dem Schrühbrand hochglänzend poliert und nach dem Brennen mit Wachs oder Dichtmittel behandelt.

Krokodilhaut-Technik

Für die Krokodilhautglasur eignen sich nur flache Schüsseln oder Gefäße, da die Konsistenz dieser Glasur sehr dick ist und von vertikalen Gefäßen die Gefahr des Abplatzens sehr groß ist.

Die Glasurdicke auf dem Gefäß liegt zwischen 3-5 mm.

Das Werkstück kommt mit der noch nassen Glasur in den Ofen und wir dort bei 150 Grad getrocknet. Danach wird sie im Brennofen innerhalb von 2 Stunden auf Endtemperatur gebracht.

Anschließend wird sie in die Reduziertonne gelegt, wo sie bis zu 10 Stunden im Sägemehl bleibt.

Dieses Verfahren ist sehr aufwändig und während des Brennens bruchgefährdet.

Der Effekt jedoch ist sowohl auf unglasiertem als auch auf glasiertem Untergrund beeindruckend. Es entsteht eine mosaikartige, sehr lebendige Oberflächenstruktur.

Pit Fire

Beim Pit-Fire-Verfahren wird die Keramik mit Metallsalzen behandelt, nach der Trocknung auf eine Schicht Sägespäne gestellt, vollständig mit Holz bedeckt und angezündet. Die Glut des herunterbrennenden Holzes erreicht Temperaturen von bis zu 1.250 Grad Celsius und hinterlässt unterschiedlichste Farbspiele auf der Oberfläche.

Es ist jedes Mal ein Erlebnis die fertigen Stücke nach dem Abkühlen aus der Asche zu holen.

Kapselbrand

Das geschrühte Werkstück wird beim Kapselbrand in eine Tonkapsel gelegt. Dazu kommen verschiedene Naturmaterialien, das Werkstück wird dann im Ofen bei 1.000 Grad Celsius gebrannt.

Statt einer Kapsel kann man auch Alufolie verwenden und das Gefäß im offenen Feuer brennen.

Die Naturmaterialien brennen sich in den Scherben ein.

Schrühbrand

Beim Schrühbrand wird das trockene Werkstück bei 900 Grad Celsius gebrannt.

engobe

Gefärbter, sehr flüssiger Ton, der auf den lederharten ungeschrühten Scherben mit dem Pinsel aufgetragen wird. In der Antike wurden so Gefäße wasserdicht gemacht.

Um im RAKU-Brand ein Craquel zu erhalten, glasiere ich engobierte Werkstücke nach dem Schrühbrand gern mit Transparentglasur.

REDuktion

Nach dem Glasurbrand wird das Werkstück glühend in Naturmaterialien gelegt und der Deckel aufgelegt, damit kein Sauerstoff eindringt. So wird die Temperatur reduziert und es bilden sich die markanten Craqueles.